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Warum es mir nicht egal ist, wenn Hunde gegessen werden

Zunächst einmal muss ich mich bei Anke bedanken, als ich heute Nacht mal wieder nicht so recht schlafen konnte, bin ich auf ihren Artikel „Warum es mir egal ist, wenn Hunde gegessen werden!“ gestoßen.

Anke bezieht sich in ihrem Artikel auf eine Meldung von 2013 in Spanien (hier ein Artikel vom Stern), als Hundekadaver zur Tiernahrung weiterverarbeitet worden seien und es nicht auszuschließen war, dass auch Bestandteile von Haustieren in die menschliche Nahrungskette gelangt sein könnten.

„Ich will nicht, dass mein Hund

verarbeitete Artgenossen frisst.“

Soweit also die Grundlagen für meine Gedanken, die mich dann doch noch bis 0200 Uhr wach halten werden. Mir ist es nicht egal, wenn Hunde gegessen werden – aber mir ist durchaus bewusst, dass in anderen Kulturkreisen ein Hund durchaus mal auf den Teller kommt. Weil eben der Bezug ein ganz anderer ist, als jetzt bei uns in Mitteleuropa. Man sollte aber nicht vergessen, dass der Hund, ebenso wie die Katze, bis 1986 auf der Schlachtordnung stand (bis in den 60er Jahre war die Katze als sogenannter Dachshase noch üblich auf dem Teller!). Auch mir wird schlecht, wenn ich an die Videos im asiatischen Raum denke, in denen Hunde und Katzen unter widerwärtigsten Bedingungen gehalten und getötet werden, aber das möchte ich nicht zum Thema des Artikels machen.

Zurück zu Ankes Artikel. Mir ist es nicht egal, wenn Hunde verarbeitet werden, auch wenn es aus rein pragmatischer Natur keinen Sinn macht, dass Hundekadaver nicht zu Tierfutter verarbeitet werden. Wird ja schließlich bei Schweinefutter z.B. auch gemacht (Knochenmehl etc.). Und man könnte hier an der Stelle eine Diskussion biblischen Ausmaßes vom Zaun brechen, dass „wir“ mit unseren Nutztieren, zurecht in Ankes Artikel erwähnt, genauso umgehen und man doch einfach mal keine Unterschiede machen sollten, denn „ein Schwein ist mindestens genauso intelligent wie ein Hund, oder sogar noch intelligenter. Warum also das Schwein schlachten und nicht den Hund?“

Auf diese Frage gibt es viele verschiedene Antworten. Die einen sagen, dass der Hund ja vom Mensch als Begleiter domestiziert wurde und nicht als Nutztier. Andere meinen, dass es Verschwendung wäre Nahrungsmittel wegzuwerfen in Zeiten von Überbevölkerung. Der Bauer wird antworten, dass die industrielle Erzeugung von Hundefleisch absolut unwirtschaftlich wäre, da der Hund als Räuber wenig Fleisch ansetzt im Verhältnis zu dem absolut hochwertigen Futter, dass er dazu bekommen müsste. Ich persönlich, würde nie, schlicht aus Prinzip, Hund essen.

„Familienmitglied, Freund und Begleiter.“

Ich möchte nicht, dass mein Hund andere Hunde futtert, auch wenn es sie wahrscheinlich nicht mal merken, oder gar interessieren würde. Man projiziert ja seine eigenen Wertvorstellungen auf sein Umfeld, der Hund ist da nicht ausgeschlossen. Genau wie ich also keinen anderen Menschen essen möchte, soll das auch mein Hund nicht tun. Und ja, ich würde mich aufregen, wenn sowas bei meinem Futtermittelhersteller rauskommen würde.

Für mich ist mein Hund ein Familienmitglied, ein Freund und Begleiter, dem gebe ich nicht die Abfälle zu essen, dafür habe ich einen Mülleimer. Und am Ende des gemeinsamen Weges werfe ich diesen Freund auch nicht in einen Containern, zu anderen toten Hunden, sondern ich bette ihn zu Ruhe, genauso, wie ich das bei einem Familienmitglied machen würde.

Anke beschreibt, wie schon erwähnt, in ihrem Artikel in einigen Beispielen auch die Lage von Nutztieren, die uns auch nicht egal sein sollte. Da gebe ich ihr auch Recht, denn die aktuelle Haltungspolitik von Nutztieren entspricht dem, was der Verbraucher will und das ist, in der Masse, „Geiz ist geil“. Am besten jeden Tag Fleisch möglichst viel und billig. Wie das „Schnitzel“ vorher gelebt hat, interessiert die wenigsten.

Wie der Einzelne damit umgeht, muss er oder sie selber wissen, aber ich kann für meinen Hund entscheiden, dass ich nicht will, dass Hundekadaver in das Essen von meinem Hund kommt.

Warum?

Is so.

LG Jérôme

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3 Kommentare

  1. Ja darüber habe ich auch schon oft nachgedacht und ich bin zu der Erkenntnis gekommen das man anderen Völkern keinen Vorwurf machen kann, denn unter den Menschen gibt es auch Hungernöte, ABER nur solange sie die Hunde nicht (so wie im asiatischen Raum üblich) vorher bis zum Tode quälen und ihre sadistischen Spiele an ihnen ausüben.

    Menschen die Kühe lieben und mit ihnen als Freund zusammen leben verzichten auch auf ihr Fleisch und ihre Milch, auch wenn es nahrhafter für die Spezies Mensch wäre als Hund, wir machen uns oft keinen Kopf wie die armen Tiere auf unsere Teller gekommen sind oder was sie für seelische Schmerzen leiden wenn es um die Milchproduktion geht.
    Auch die Schweinehaltung und der Transport dieser Tiere ist nicht besonders freundlich…

    Aber unsere Hunde und wir essen es oft trotzdem.
    Ich würde Hund nicht essen, es ist für mich einfach kein „Nutztier“ aber das ist eben eine Glaubenseinstellung. Meerschweinchen werden dort wo sie herkommen auch gegessen obwohl da verarbeitet gar nichts mehr dran ins. Selbst Ratten werden gegessen.

    Man sollte wirklich die Haltung, die Schlachtung und die Handhabung mit den Nutztieren, egal in welchem Land, überdenken den früher (als das Vieh noch grasend und glücklich war) hat das Fleisch und die Milch komischerweise auch viel besser geschmeckt als heute…..
    Es ist furchtbar das sie nicht mehr wie Lebewesen sondern nur als Nutzvieh gesehen werden.

  2. Socke-nHalterin Socke-nHalterin

    Zum Glück kann ich gut schlafen. Denn ich gebe zu, dass ich mir noch keine Gedanken über das Thema gemacht habe.Erst einmal stelle ich fest, dass Anke von meiner Leseliste verschwunden ist, denn ich habe den Artikel nicht gelesen.

    Ich teile Deine Meinung aber. Ich möchte auch nicht, dass Socke Hundefleisch ist, vor allem nicht, solange es genug Alternative gibt. Ich esse auch bestimmte Fleischsorten nicht und finde, wenn ich will Alternativen.

    Ich werde aber die Artikel aber sicher lesen…

    Heute wünsche ich Dir aber gute Nacht…

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

  3. Anke Anke

    Lieber Jérôme,

    vielen Dank für die Verlinkung (obwohl ich das jetzt angesichts des Themas nebensächlich finde). Mein Fokus liegt natürlich ganz klar nicht darauf, dass ich dafür plädiere, Hunde zu essen, sondern dafür, Nutztiere besser zu behandeln. Sie haben es in meinen Augen nämlich verdient, mindestens ebenso gut behandelt zu werden, wie z.B. Hunde. In erster Linie sind sie Lebewesen, die genauso Schmerz, Trauer, Freude und die ganze Palette empfinden, wie eben Hunde auch. Deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen (vor allem die, die sich TIERschützer nennen) nicht nur hysterisch aufschreien, weil ein Hund gequält wird, sondern dies ebenso für die anderen Tiere tun, die meiner Meinung nach weitaus größeres Leid ertragen müssen (alleine bezogen auf die Anzahl). Es gibt zu dem Thema auch ein ganz tolles Buch, „Das Gefühlsleben der Tiere“, geschrieben von dem Wissenschaftler Marc Bekoff. Allerdings ist es wohl andererseits so, dass nur diese „Unterscheidung“ es erlaubt, so mit Nutztieren umgehen zu können. So war es Wissenschaftlern lange untersagt, Versuchstieren Namen zu geben, oder ihnen Geschlechter zuzuordnen. Sie sollten durch Nummern statt Namen als Sachen angesehen werden, damit es den Menschen, die die Versuche durchführten, leichter fällt, die Tiere in den Versuchen zu quälen. Eine tolle Frage aus dem Buch, die man jedem stellen könnte, der z.B. ein Steak auf dem Teller hat: Würdest du das, was mit diesem Tier geschehen ist, deinem Hund antun? Ist die antwort „Nein, würde ich nicht“, ist das gleichzeitig ein Beweis, dass es eines Umdenkens bedarf, damit wir mit unseren Nutztieren anders umgehen. Ich finde auch nicht, dass die „Geiz ist Geil“ Mentalität schuld ist, sondern es ist einfach die Einstellung, die sich im Laufe der Entfernung von der Natur und der fortschreitenden Technisierung entwickelt hat.

    „Wir sind Teil einer Generation der Schande, auf die künftige Generationen zurückblicken und entsetzt sein werden angesichts dessen, wie wir Tiere behandeln“ (Jill Robinson).

    Liebe Grüße
    Anke

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