Kinder und Hunde

Puuhhh… wo soll ich da bloß anfangen? Als Halter von zwei Jacky’s kann ich darüber ein Lied singen, was für eine Wirkung, gerade von kleinen Hunden, auf Kinder ausgeht. Weil die ja „so putzig und süß sind“ wird oftmals ohne vorheriges Fragen einfach nur angefasst, gezogen und ach… aus Versehen noch ins Auge gefasst. Meist noch in einer eher engen Umgebung – wie die Fußgängerzone, wo man nicht immer vorausschauend reagieren kann. Und das kann schwerwiegende Folgen haben.

“Der Hund ist ja gefährlich! “

Zunächst muss ich sagen, dass es mich persönlich einfach wahnsinnig stört, dass es, gefühlt zumindest, kaum noch Eltern gibt, die ihren Sprösslingen beibringen, dass man fremde Hunde nicht einfach anfassen soll. Ich bin schon so oft in die Situation gekommen, dass Kinder einfach hergeflitzt sind, und den Hund in den Arm nehmen wollten – oder es auch geschafft haben, weil ich nicht mehr schnell genug eingreifen konnte.

Und so eine Situation ist wirklich schwierig:

  1. Hund retten,
  2. Kind aufklären, dass das es wichtig ist zu fragen, damit nichts passiert und
  3. den Eltern vermitteln, dass es nicht ok ist, untätig nebenan zu stehen und noch lächelnd zuzuschauen, während der Hund vor Freude befingert wird.

Und richtig ärgerlich wird es, wenn ich dann Erwachsenen gegenüber stehe, die dann auch noch persönlich oder gar beleidigend werden und sich auch noch im Recht sehen. Die es für „normal“ halten, dass der Nachwuchs alles und jeden anfingern darf und dann noch blöd werden, wenn der Hund eben knurrt – getreu dem Motto „der Hund ist ja gefährlich!“.

Hier beginnt mein Appell – ich möchte darum bitten, dass Eltern ihren Kindern wieder beibringen, dass man fragen muss, ob man den fremden Hund streicheln darf. Auch, dass sie erklären, in was für eine Situation man kommen kann, wenn man eben beispielsweise versucht, den geliebten Ball des Hundes weg zunehmen. Und ihnen auch beibringen, die Körpersprache des Hundes zu deuten – von mir aus auch mit Youtube-Videos – Körpersprache Hund.

“Es ist nicht gut, noch weiter zu machen, wenn der Schwanz hochschnellt und sich das Nackenfell stellt.“ 

Das kann richtig böse ins Auge gehen, und ich hoffe auf die Vernunft und appelliere an alle Eltern: Der Hund – egal wie gut erzogen – ist immer noch ein Tier, und ist in manchen Situationen in seinem Handeln unberechenbar. Die Kuschel/- Streichelattacke im Vorbeilaufen, kann auch durch den Halter, nicht mehr unterbunden werden und somit kann eine brenzlige Situation entstehen. Bringt bitte euren Kindern den richtigen Umgang mit Hunden bei und erspart uns so, teilweise sehr stressige Situationen.

Kindern den richtigen Umgang mit Hunden beibringen.

Ich bin richtig froh, dass Luna & Sharly so kinderlieb sind, und sich von Streichelversuchen, festhalten oder Spielzeug wegnehmen nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Der verantwortungsbewusste Halter, und das sind 99% da draußen, weiß seinen Hund einzuschätzen, weiß, wann der Hund sich unwohl fühlt und wann es besser ist, einfach weiterzugehen. Wenn jetzt noch die „Gegenseite“ die Pflicht wahrnimmt und dem Nachwuchs noch diese eine, kleine Regel „Frage, ob du den Hund streicheln darfst!“ beibringt – sind alle glücklich.

Allen voran Luna & Sharly :-D!

LG Jérôme

10 Kommentare

  1. Lieber Jerome,
    ich finde, das ist ein ganz wichtiger Beitrag. Ich kenne es von früher gar nicht anders, als immer zuerst zu Fragen, bevor ich einen fremden Hund streichelte. Aber heute ist irgendwie alles anders. Ständig werden Grenzen überschritten und wenn dann was passiert, ist das Geschrei groß und Unsere Hunde müssen die Konsequenzen tragen. Projekte in Kitas und Schulen, bei denen Kindern der Umgang mit Hunden beigebracht wird, finde ich deshalb sehr wichtig.
    Herzlichst
    Patricia

  2. Hallo Jerome,
    wir können von diesen Problemen wirklich ein Lied singen…
    Von Anfang an war Molly ein Kinder bzw. Menschenmagnet. WIr hatten das Problem nicht nur mit Kindern, sondern auch mit Erwachsenen. Anfassen, betatschen, hochnehmen (!), Leckerlie geben, das alles ohne unser Einverständnis. Noch heute haben wir damit zu kämpfen und werden immer doof angeschaut, wenn wir was sagen. Das ewige Lied, mit kleine süssen Hunden 😉

    Liebe Grüße Rebecca

  3. Socke-nHalterin

    20. Juli 2015 at 20:22

    Dem schließen wir uns an. Ich wünschte Eltern würden es zulassen, dass man den Kindern erklärt, wie man sich einem Hund nähert, warum man nicht wie wild geworden auf ihn zu rennt und, dass Hunde bellen, weil sie nicht sprechen können, um auszudrücken, dass ihnen in der Situation nicht wohl ist…..

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

  4. Ihr sprecht uns gerade so derartig aus der Seele, ihr glaubt es kaum. Erst gestern schlich sich so ein Knirps von hinten an mich ran, patschte mir recht unsanft auf den Kopf, als wir grad eine Rast einlegten. Ich lag eigentlich total entspannt da und das Frauchen konnte nicht schnell genug reagieren. Da ich mich erschrocken habe, hab ich kurz geknurrt und in die Luft geschnappt. Dem Kind ist außer einem Schrecken nix passiert, aber wir hatten genau den gleichen Gedanken, den du hier formulierst. Da ich Kinder nicht kenne und ihnen normalerweise auch ausweiche, dazu aber in der Kürze gestern keine Zeit mehr hatte, versucht Frauchen das auch immer jedem zu erklären. Aber im Endeffekt ist der Hund doch meistens der Böse 🙁

    Wuff-Wuff dein Chris

  5. Hallo!
    Super Artikel! Unser Timmy hat Angst vor Kindern. Er hat zwar bisher noch nie etwas gemacht, wenn ein Kind ihn gestreichelt hat aber es ist ihm einfach nicht geheuer. Das akzeptieren wir und versuchen das auch immer den Kindern zu erklären. Diese verstehen das oft sehr gut aber die Eltern nicht. Letztens fragte mich ein kleines Mädchen, ob sie Timmy streicheln darf. Daraufhin meinte ihre Mutter: „Ach das ist kein Kampfhund, die beißen also nicht. Geh halt einfach hin…“ Aha. Da war ich kurz sprachlos…

    Ich versteh nicht, was an dieser kleinen Frage so schwer ist.

    Liebe Grüße

  6. Ihr werdet ja richtige Hundeversteher. Klasse.

    PS: Ich bin ganz gerührt. Wegen Roki.
    Vielen Dank von uns

    • Wir bemühen uns, die kleinen Hundeviecher zu verstehen. Manchmal klappts, manchmal nicht. Aber ich denke wir werden besser :).

      Roki hat sich einen Platz in meinem Herz verdient – habe ja unser erstes Mal „alleine Zuhause“ auch überlebt :). Ich denke ziemlich oft an ihn <3.

      LG Jérôme

  7. Toller Beitrag gefällt mir. Ich muss sagen das meiner mit Kindern groß geworden ist und das zwicken von Babys gewöhnt ist. Jedoch bin ich auch schon mal in gewisse Situationen dazwischen gegangen wen es zu arg wird und bemerkte, dass es Bluetooth zu viel wird. Ein tolles Beispiel dafür: Ich war mit einer Freundin in der Zoohandlung, ihr Hund hat panische Angst vor Männern, da er aus einer Tötungsstation kommt. Wir unterhielten uns über die Leckerlis im Regal und von hinten kam ein Mann mit einem ca 2 Jahren Kind angelaufen und stichelte meinen Hund. Erst an dem Kichern des Kindes sind wir aufmerksam geworden. Wenn ich mir vorstelle, dass der Mann meiner Freundin ihren Hund angelangt hätte, wäre das Geschrei groß gewesen. Ihr Hund verwarnt zwar nur mit Knurren aber dann hätte es auch gehießen was für ein böser Hund.
    Zum Glück hat meiner gute Erfahrung mit Kindern.

    Wie gesagt toller Beitrag.
    Liebe Grüße

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